Mirandolina

von Carlo Goldoni

Der Inhalt   (Fotos dazu)

In diesem Stück von Goldoni geht es um eine junge Gastwirtin, die vier Männern den Kopf verdreht.

Szenenausschnitt: 2. Akt, 8. Szene

Ritter:                Armer verrückter Marquis.

Mirandolina:        Für den Fall, dass ihm die Galle Beschwerden macht,
                           hat er die Flasche zu seiner Erquickung mitgenommen.

Ritter:                Er ist närrisch, sage ich Euch. Und Ihr habt ihn um den
                           Verstand gebracht.

Mirandolina:        Gehöre ich zu denen, die die Männer um den Verstand
                           bringen?

Ritter:                Jawohl, Ihr seid eine von denen ...

Mirandolina:        Herr Ritter, Sie gestatten.

Ritter:                Bleibt hier!

Mirandolina:        Verzeihen sie; ich bringe niemanden um den Verstand.

Ritter:                So hört doch!

Mirandolina:        Entschuldigen Sie.

Ritter:                Bleibt, sage ich Euch!

Mirandolina:        Was verlangen Sie von mir?

Ritter:                Nichts. Lasst uns noch ein Glas Burgunder trinken.

Mirandolina:        Gut, Herr, aber schnell; auf das ich gehen kann.

Ritter:                Setzt Euch.

Mirandolina:        Im Stehen.

Ritter:                Nehmt.

Mirandolina:        Ich bringe einen Trinkspruch aus, den mir meine
                           Großmutter beigebracht hat.

Carlo Goldoni

 

Der Autor

Carlo Goldoni war Venezianer, geboren am 25. Februar 1707 im Palazzo Cent´ani, der heute Casa Goldoni heißt und das Theatermuseum beherbergt. Sein Vater, wie der Großvater in das Theater vernarrt, war Arzt; nach seinem Tod mußte Carlo die Familie unterstützen, er wurde Sekretär, machte den Doktor jura und wurde Advokat und Konsul, aber daneben schrieb er wie besessen Theaterstücke.
Berühmt und als Autor begehrt wurde er durch die Aufführung seines "Diener zweier Herren". Zu Beginn der Saison 1750 kündigte das Teatro Sant´ Angelo in Venedig 16 Komödien von Goldoni an.
Nach Theaterintrigen folgte Goldoni 1762 dem Ruf König Ludwig XV nach Paris, um dort die "Comédie italienne" zu retten.

Fenster schließen