Die Dreigroschenoper

von Bertolt Brecht

Das Stück   (Fotos dazu)

"The Beggar`s Opera" wurde von John Gay (1685 - 1732) verfasst und 1728 in London uraufgeführt. Gay wollte mit diesem Stück die Bourgeosie in England parodieren. Die Moral beschreibt er als "high life = low life", d. h. die ganze Gesellschaft lebt nicht in Moral, sondern von Moral.

Er wollte mit seinem Stück auch die Händelschen Opern parodieren. Berthold Brecht erneuerte Gays Oper zum 200. Jubiläum und zielte damit auch auf Händels Musik, die seit 1920 eine Renaissence erlebte. Brecht schildert in der "Dreigroschenoper" die kleinbürgerliche Mentalität, die in der Londoner Unterwelt zu skurriler Komik gedeiht. Er zeigt Bürgertum und Verbrecherwelt als Parodie.

Brecht zog Gedichte und Balladen des rebellischen Schriftstellers Francois Villon hinzu, z. B. in Mackies "Abbitte" oder "Die Ballade vom angenehmen Leben".

Bertolt Brecht ( 1898 - 1956)

Er studierte Naturwissenschaften, Medizin, Literatur und leistete 1928 seinen Dienst als Sanitätssoldat in einem Lazarett, was ihn zu einem erbittertem Kriegsgegner machte. In diesem Jahr schrieb er sein erstes Drama "Baal", das 1922 in München uraufgeführt wurde und ihn als Dramatiker bekannt machte. 1924-26 arbeitete Brecht unter Max Reinhardt in Berlin und studierte intensiv den Marxismus. 1928 gelang ihm, mit der von Kurt Weill vertonten "Dreigroschenoper", ein Welterfolg.

1933 begann sein Weg ins Exil, da seine Stücke verboten wurden und ihm die Staatsbürgerschaft entzogen war. Einige Jahre ließ er sich mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Helene Weigel, in Californien nieder. In dieser Zeit schrieb er u.a. "Das Leben des Galilei", "Mutter Courage und ihre Kinder" und "Der kaukasische Kreidekreis".

1947 musste er sich in den Vereinigten Staaten wegen vermuteter kommunistischer Kontakte und Aktivitäten einem erniedrigenden Verhör unterziehen. Daraufhin kehrte er nach Europa zurück und gründete in Ost-Berlin das "Berliner Ensemble", das ab 1954 im "Theater am Schiffbauerdamm" zu einer der wichtigsten Experimentierbühnen Europas heranwuchs. Hier konnte er endlich seine im Exil geschriebenen Stücke aufführen. Auch in seinen letzten Lebensjahren in Berlin hatte Brecht mit ästhetischen und ideologischen Widerständen zu kämpfen, so dass er sogar eine Auswanderung nach China in Erwägung zog. Er schrieb keine neuen Stücke mehr, sondern widmete sich der Verwaltung seines Nachlasses und der sorgfältigen Inszenierung seiner alten Werke.

Kurt Weill (1900 - 1950)

Kurt Weill wurde am 2. März in Dessau als Sohn eines jüdischen Kantors geboren. Mit 12 Jahren begann er seine Ausbildung am Klavier und erteilte mit 16 Jahren bereits selber Klavierunterricht. Er wurde Schüler von Ernst Humperdinck und Ferruccio Busoni. 1926 heiratet Weill zum ersten Mal die Schauspielerin und Sängerin Lotte Lenya.

Zu seinen bekanntesten Werken aus dieser Zeit gehören "Der Protagonist" (1926), "Der Zar lässt sich photographieren" (1928), "Happy End" (1929) sowie " Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony" (1930). 1933 emigrierte Weill nach Paris und später in die USA und schrieb dort für den Broadway. Trotz Anpassung an die kommerziellen Forderungen bewahrte er einiges von seiner sozialkritischen Zielsetzung.

Das epische Theater

In Brechts epischem ("episch" von "erzählen") Theater betrachtet der Zuschauer nicht nur den "Schein der Wirklichkeit" oder die dramatische Illusion, vielmehr wird er bewusst als Gegenüber der Darsteller behandelt. Er wird von der Bühne aus direkt angesprochen, so dass er sich seiner Anwesenheit bewusst ist.

Im Gegensatz zum dramatischen Theater, das geradlinig seine Spannung über Anfang, Höhepunkt und Ende aufbaut, kommt es im epischen Theater zu Unterbrechungen durch Tanz- und Unterhaltungsmusik, Moritaten, Chansons und Chorälen, sowie Plakate und Kommentare.

Dadurch soll der Zuschauer aus der dramatischen Illusion heraus geholt und seine Aktivität für eigene Entscheidungen und Erkenntnisse geweckt werden.

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