Rose Bernd

von Gerhart Hauptmann

Das Stück   (Fotos dazu)

Schauplatz ist Schlesien zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Rose Bernd, ein Bauernmädchen, hat ein Verhältnis mit dem Schultheiß Christoph Flamm , von dem sie ein Kind erwartet. Er ist ein vitaler Mann, dessen Frau jedoch gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt ist.

Der Maschinist Streckmann, ein prahlerischer und brutaler Weiberheld, belauscht die Liebenden. Als Rose ihn abblitzen lässt, verfolgt er sie mit erpresserischen Drohungen und vergewaltigt sie. Sie wird schwanger, kann aber mit niemandem darüber sprechen, auch nicht mit der gutmütigen und verständnisvollen Frau Flamm, die Roses Zustand trotzdem erkennt.

Rose hofft, durch die Heirat mit dem bieder-frommen Buchhalter August Keil, den ihr gottesfürchtiger Vater für sie ausgesucht hat, die Schande verbergen zu können.

Später bedrängt Streckmann sie erneut. August Keil hört Roses Schreien und will ihr helfen. Dabei kommt es zu einer Schlägerei zwischen Keil und Streckmann. Roses Vater zeigt Streckmann an, da dieser behauptet, Rose habe mit allen Männern ein Verhältnis gehabt. Aber Rose verschweigt aus Scham die Wahrheit und leistet einen Meineid.

Immer wieder von Männern verfolgt und von ihrem Gewissen hin und her gerissen, weiß sie sich nicht mehr zu helfen. Vollkommen verzweifelt tötet sie nach der Geburt ihr Kind und sucht Zuflucht im Vaterhaus, wo sie dem Vater und Keil Meineid und Mord gesteht

 

Gerhart Hauptmann

Der Autor

Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 als Sohn eines Gastwirts in Obersalzbrunn, Schlesien (heutiges Polen) geboren. Nach dem Besuch der Realschule 1878 begann er eine landwirtschaftliche Ausbildung auf einem schlesischen Gut. Mit 28 Jahren widmete er sich einem kurzen Bildhauerstudium in Breslau und Jena und begann danach mit ersten literarischen Schöpfungen. Hauptmann unternahm viele Reisen, u.a. nach Spanien, der Schweiz und Italien. Eine Karriere als Bildhauer in Rom 1883/84 scheiterte jedoch.
1885 heiratete er Marie Thienemann, Tochter eines Großgrundbesitzers. Damit waren seine finanziellen Sorgen beseitigt und er konnte von nun an als freier Schriftsteller arbeiten. Hauptmann zog mit ihr nach Berlin, wo er mit vielen Künstlern der Moderne in Kontakt kam.
Sein erstes Stück "Vor Sonnenaufgang" (1889) gilt als grundlegendes Werk des Naturalismus, gezeigt wird der moralische Verfall mehrer Bauernfamilien, die plötzlich zu Wohlstand gelangt sind, als auf ihrem Land Kohlevorkommen entdeckt wurden. Er wurde schlagartig berühmt, weil dieses Stück zu einem Skandal führte und verboten wurde. In den Tragödien "Die Ratten" und "Rose Bernd" und der Komödie "Der Biberpelz" widmete er sich wieder der Sozialkritik.